Japans wilde Pferde – Misaki und Kandachime
Das Misaki
Das Misaki ist ein Wildpferd aus Japan, das vom mongolischen Urwildpferd abstammt und auf der Insel Kyūshū beheimatet ist. Sie stammen ursprünglich aus der Mongolei und leben seit ca. 400 Jahren in der Region Miyazaki. Sie wurden für die Landwirtschaft importiert und dienten auch den Samurai als Kriegspferd. Nach Ende des 2. Weltkriegs gab es nur noch 69 Tiere, gegenwärtig gibt es wieder 120 Exemplare.
Misaki bedeutet übersetzt „Kap“ und gibt einen Hinweis auf den Lebensraum der Pferde (südlicher Zipfel von Kyūshū).
Heutzutage kann man die Misaki als Touristenattraktion bei Cape Toi auf der Insel Kyūshū bestaunen. Man darf sich jedoch den Tieren nicht nähern bzw. sie füttern oder berühren.
Das Wildpferd wird den Ponys zugeordnet, wird es doch nur ca. 135 cm groß und weist Ähnlichkeiten mit dem mongolisch-chinesischen Typ auf. Das Fell ist in der Regel schwarz oder braun, es kommen auch Füchse vor. Der Hals ist kurz, die Mähne lang, der Kopf breit und die Gliedmaßen sind kräftig ausgebildet. Das Misaki kann ein Gewicht von ca. 300 kg erreichen. Speziell gezüchtet wurden die Pferde nicht, sie sind seit Generationen wildlebend. Es wurden aber Hengste der Herde entnommen.
Das Kandachime
dieses Pferd, auch unter dem Namen „Kandachi“ oder „Handachine“ bekannt, wurde ursprünglich mit Tieren aus Europa und Nordamerika gekreuzt, um größere Exemplare zu erhalten. Diese Züchtungen wurden dann als Kavallerie- bzw. Zugpferde in der Landwirtschaft verwendet. Ihre Heimat ist die Insel Honshu, im Norden Japans, wo es im Winter sehr kalt sein kann, deshalb der Name Kandachime (in der Kälte halten). Die Beine sind stämmig und kurz, der Körperbau kräftig bzw. robust, ein dickes Winterfell schützt sie, um den rauen Wetterbedingungen in Japans Norden zu trotzen. Die Pferde sind von ruhigem Wesen und lassen sich sogar streicheln.
In den neunziger Jahren gab es nur noch 9 Exemplare, inzwischen hat sich die Zahl auf 40 erhöht. Mittlerweile leben die Pferde in halbwilden Herdenverbänden und sind ganzjährig im Freien, gelten deshalb als „wild“. Sie sind im Norden Japans, in der Präfektur Aomori eine Touristenattraktion. Von April bis Juni können Touristen sogar die Geburt von Fohlen beobachten.
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