Headshaking – Stress für Pferd und Reiter
Headshaking oder auch Kopfschütteln bei Pferden ist ein Verhalten, dass sich heutzutage immer öfter zeigt. Dabei schütteln die Pferde vor allem beim Reiten, aber auch in Ruhephasen so stark mit ihrem Kopf, dass sie praktisch unreitbar sind. Die Pferde zeigen sich unkonzentriert und eine Anlehnung ist nicht zu erreichen. Diese Situation wird von Tierärzten vor allem im Frühjahr und Sommer beobachtet. Die Symptome sind seit dem 19. Jahrhundert bekannt aber nicht umfassend geklärt.
Headshaking – die Symptome
Viele Pferde schütteln nicht nur kräftig den Kopf sondern zeigen auch noch andere Anzeichen. Während oder zusätzlich zum Kopfschütteln wird starkes Niesen, Schnauben, Überempfindlichkeit gegen Insekten und Pollen und reiben des Kopfes an den Beinen beobachtet. Von einigen betroffenen Pferdebesitzern wird außerdem berichtet, dass die Symptome mit Zunahme der Lichtstärke besonders häufig zu beobachten sind.
Headshaking – die Ursachen
Headshaking kann viele verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich wird zwischen Krankheitsbildern mit und ohne gesundheitlichen Schaden unterschieden. Ein gesundheitlicher Schaden kann verschiedene Gründe haben. Es ist möglich, dass das Headshaking durch eine Allergie (Pollen, Schimmelpilze), eine Infektion der Atemwege, Rückenprobleme oder eine Reizung des Nervensystems verursacht wird. Bei einer Reizung des Nervensystems handelt es sich vor allem um den Trigeminusnerv. Diese Schädigung kann zum Beispiel durch den EHV-1 Virus ausgelöst werden. Dieser Nerv liegt am Pferdekopf und verläuft am Ober- und Unterkiefer.
Wird der Nerv geschädigt, kommt es zu einer starken Überempfindlichkeit gegenüber den kleinsten Berührungen. Von einigen Reitern wird beobachtet, dass die Symptome nach einer Impfung beginnen. Ein Krankheitsbild ohne gesundheitlichen Schaden kommt meist durch eine falsche Ausrüstung oder falsches Training. Auch eine falsche Haltung und der Stress der dadurch ausgelöst wird kann der Grund sein. Hier kann allerdings ein gesundheitlicher Schaden noch entstehen.
Was kann ich dagegen tun?
Zu allererst solltest du feststellen aus welchem Grund dein Pferd die Symptome zeigt. Passt der Sattel? Ist es die richtige Trense? Sind die Haltungsbedingungen optimal? All diese Umstände können zu Headshaking führen und sollten geklärt werden bevor härtere Maßnahmen ergriffen werden. In dem Fall, dass die oben genannten Gründe nicht zutreffen sollte umgehend der Tierarzt hinzugezogen werden um dem Pferd weiteres unnötiges Leiden zu ersparen. Der Tierarzt wird dann einige oder auch alle der folgenden Untersuchungen durchführen: Augenuntersuchung, Allergietest, Gehöhruntersuchung, Nasen- und Atemwegsendoskopie, Untersuchung der Halswirbelsäule und der Zähne, Computertomographie des Kopfes.
Gemilderte Symptome durch Nasen- und/oder Augennetz
Einige Pferde zeigten gemilderte Symptome nachdem sie nur noch mit einem Nasen- oder Augennetz geritten wurden. Bei Pferden die empfindlich auf Licht reagieren kann auch eine UV-Augenschutzmaske helfen, da sie als Sonnenbrille wirkt.
In schweren Fällen schlägt der Tierarzt oft eine Schmerzbehandlung vor. Diese kann Linderung bringen, ist allerdings keine Heilung. Als Heilungsmethode wird oft eine Entgiftung durchgeführt. Dadurch sollen Giftstoffe aus dem Organismus gespült werden, die Schmerzen verursachen können. Als Giftstoffe kommen Schwermetalle, Viren (auch abgestorbene Überreste, die das Immunsystem reizen) oder Überreste von Impfungen in Frage. Nach einer Entgiftung sollte eine Stärkung des Immunsystems durchgeführt werden. Das Immunsystem ist durch den vorangegangenen Stress stark geschwächt und muss gestärkt werden damit sich das Pferd nicht durch andere Krankheiten zusätzlich quält und stresst.
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